03/08/2026
‼️ wir haben uns entschieden erstmal zu schließen‼️
Liebe Gäste,
liebe Gemeinde,
heute möchten wir über etwas berichten, worüber wir seit unserer Eröffnung im Februar geschwiegen haben. Bisher haben wir versucht, die Situation mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten selbst zu klären. Leider ist uns das nicht gelungen.
Aus diesem Grund sind wir gezwungen, unsere Bar in Meisenheim zunächst vom 03.08.2026 bis einschließlich 11.08.2026 zu schließen. Wie es danach weitergeht, wissen wir derzeit noch nicht. Wir wünschen uns, dass die Gemeinde handelt und gemeinsam mit uns nach einer Lösung sucht. Bis dahin werden wir den Betrieb vorerst nicht wieder aufnehmen.
Von Anfang an haben wir alles, was wir machen, genehmigen lassen. In der Untergasse haben wir sogar einen Brief verteilt und unsere private Handynummer angegeben, damit sich die Anwohner jederzeit direkt an uns wenden können.
Nach unserer letzten Veranstaltung am Samstag, den 01.08.2026, haben wir beschlossen, dass es so nicht weitergehen kann.
Wir wissen, dass wir von sehr vielen Gästen unterstützt werden und dass viele froh sind, endlich eine Möglichkeit zu haben, abends einfach einmal auszugehen, ohne dafür 30 bis 50 Kilometer fahren zu müssen.
Wir machen uns viele Gedanken darüber, wie wir jede Altersgruppe ansprechen und Meisenheim etwas beleben können. All diese Arbeit machen wir mit voller Leidenschaft.
Nun zum eigentlichen Problem:
Meisenheim versucht, den Tourismus so gut wie möglich zu fördern. Das ist grundsätzlich eine gute Sache – besonders für diejenigen, die Ferienwohnungen vermieten. Doch wenn man Tourismus fördern möchte, muss man auch die Einheimischen und die Gastronomen unterstützen. Denn auch wir gehören dazu.
Ein Tourist, der nach Meisenheim kommt, möchte auch etwas erleben. Erst am vergangenen Samstag hatten wir Gäste aus dem Meisenheimer Hof bei uns. Sie waren begeistert. Doch nachdem die Polizei zum zweiten Mal vor Ort war, sind sie gegangen.
Die Gemeinde möchte Touristen anziehen, damit Ferienwohnungen und andere Angebote genutzt werden. Dafür wird vieles unterstützt. Aber was ist mit uns Gastronomen? Was ist damit, die Einheimischen stärker einzubeziehen?
Wir – die MILO Cocktailbar – werden bedroht, beschimpft und sogar bespuckt.
Mitten auf der Straße halten Menschen mit dem Auto an und fragen uns, wie wir es wagen können, gegenüber unserer Bar Tische aufzustellen – obwohl dafür selbstverständlich eine Genehmigung vorliegt.
Andere fragen uns, warum gerade wir auf der Heimbacher Kerb Cocktails verkaufen dürfen oder überhaupt einen Stand bekommen haben, obwohl wir uns ganz normal dafür beworben haben.
Außerdem werden Gerüchte verbreitet, dass bei uns angeblich das SEK gewesen sei. Ehrlich gesagt finden wir das einfach nur lächerlich.
Gerade wir achten sehr darauf, dass bei uns alles ordentlich und sicher abläuft. Es gab bei uns bisher keine einzige größere Auseinandersetzung. Bei uns wird mit nichts Illegalem gehandelt und niemand wird belästigt. Menschen, die sich nicht benehmen können, werden konsequent aus der Bar verwiesen – ganz egal, wer sie sind.
Letzte Woche, am Donnerstag beziehungsweise Freitag, saßen Gäste gegen 21:00 bis 21:30 Uhr draußen. Sie unterhielten sich in ganz normaler Lautstärke. Trotzdem wurden sie von Anwohnern lautstark angeschrien, sie sollten leiser sein.
Mal ehrlich: Wer möchte an einem schönen Sommerabend bei gutem Wetter lieber drinnen sitzen?
Am Samstag kam die Polizei zweimal.
Beim ersten Mal hieß es, die Autos könnten nicht mehr durchfahren. Dabei gilt in der Untergasse abends ein Fahrverbot – ausgenommen sind lediglich Anwohner. An diesem Abend fuhren jedoch überwiegend Fahrzeuge mit Kennzeichen außerhalb des Kreises Bad Kreuznach durch die Straße.
Beim zweiten Einsatz wurde behauptet, es sei zu laut.
Wir haben unsere Gäste sofort gebeten, nach drinnen zu gehen. Das hat problemlos funktioniert. Alle Fenster waren geschlossen. Für Raucher haben wir sogar unseren Hintereingang geöffnet.
Auch die eingesetzten Polizeibeamten sahen vor Ort keine Veranlassung, den Musikbetrieb zu untersagen.
Bis 02:00 Uhr darf im Innenbereich Musik laufen. Trotzdem wurde bereits um 02:03 Uhr wieder von einem Anwohner laut herumgeschrien.
Wir wünschen uns deutlich mehr Unterstützung von der Gemeinde.
Leider haben wir inzwischen das Gefühl, dass uns einige wenige Einheimische in Meisenheim nicht dort haben möchten und alles daransetzen, dass wir unseren Betrieb nicht weiterführen können. Genau dieses Gefühl macht uns besonders traurig. Denn wir sind mit dem Ziel gestartet, Meisenheim zu bereichern, einen Ort für Jung und Alt zu schaffen und etwas Positives für unsere Stadt und die Region aufzubauen. Wir möchten keine Streitigkeiten – wir möchten einfach nur in Ruhe unserer Arbeit nachgehen und den Menschen schöne Abende ermöglichen.
Wir veranstalten gerade einmal ein- bis höchstens zweimal im Monat ein Event. Doch selbst an ganz normalen Abenden werden wir beschimpft und ständig wird sich über uns beschwert.
Es tut uns sehr leid und wir entschuldigen uns bei unseren Gästen, die uns gerne und regelmäßig besuchen. Aber leider sehen wir momentan keine andere Möglichkeit, als so zu handeln.
Wir haben die Bar eröffnet, weil Gazi die Gastronomie liebt. Wir machen das aus Leidenschaft und wollten für Meisenheim etwas schaffen. Doch immer wieder werden uns Steine in den Weg gelegt.
Unser Ziel war und ist es, nicht nur einen Ort zum Ausgehen zu schaffen, sondern auch etwas an die Region zurückzugeben. Wir wollten mit einem Teil unserer Gewinne die Vereine rund um Meisenheim – darunter den Fußball, den Handball und viele weitere Projekte – unterstützen. Dazu liefen bereits erste Gespräche mit den Vereinen.
Umso trauriger ist es, dass wir nun gezwungen sind, diesen Schritt zu gehen.
Bitte teilt diesen Beitrag, damit unsere Gemeinde und möglichst viele Menschen erfahren, warum wir diesen Schritt gehen mussten. Nur gemeinsam können wir etwas bewegen. Vielen Dank für eure Unterstützung!
Liebe Grüße
Gazi, Zoj und das MILO-Team