30/03/2025
der fluch des pfarreros, februar 1991
»1994 erzählte mir Til Mette, ein westdeutscher Cartoonist, der in New York lebte, seine Frau, eine Ostdeutsche, erkenne an der Schrift, die ich für meine Comics verwende, den ehemaligen DDR-Bürger. Bis dahin hatte ich nichts gewusst von den Unterschieden zwischen der Schulausgangsschrift, die wir in der Polytechnischen Oberschule erlernt hatten, und der vereinfachten Ausgangsschrift, die im Westen gelehrt wurde. In meinen Strichmännchengeschichten, die die Satire-Zeitschrift KOWALSKI Anfang der neunziger Jahre druckte, hatte ich eine krakelige Schreibschrift benutzt und einige Wörter absichtlich falsch geschrieben. Die Hamburger Redakteure hielten mich für einen Legastheniker. Für die ersten Ausgaben korrigierten sie meine handschriftlichen Texte und ersetzten sie durch gedruckte Buchstaben.«
aus Olaf Schwarzbach, FORELLE GRAU – http://bit.ly/ol-forelle-grau