01/09/2026
Septembermorgen
von Eduard Mörike (1804–1875)
Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
Eduard Mörike (geb. 1804 in Ludwigsburg, gest. 1875 in Stuttgart)
war einer der feinsinnigsten deutschen Lyriker der Spätromantik.
Wie kaum ein anderer fängt er hier den Umbruch der Jahreszeit ein:
noch liegt der Nebel über der Welt, doch gleich hebt sich der Schleier –
und der Herbst zeigt sich in warmem Gold.