31/01/2019
Der letzte Akt!
Heute in der March Höfner zu lesen!
Am Wochenende ist eine zwar kurze und kleine, dafür ganz feine Ära zu Ende gegangen: Gabriela und Rolf Stocker
beendeten ihre Tätigkeit in der Rocks Bar an der Seestrasse in Bäch.
Zwei Jahre waren es zwar nur, aber zwei Jahre gespickt mit musikalischen Höhepunkten.
Den würdigen Abschluss bildeten Marc Amacher und Philipp Ge**er. Amacher ist nach seinen Auftritten bei «Voice of Germany» ein richtiger Medienstar, Ge**er ist sein Kumpel in der Band. In erster Linie sind die beiden gemütlichen und coolen Berner aber einfach Blueser mit Leib und Seele, visuell
und musikalisch. Am Konzert «Amacher meets Ge**er» in
der Rocks Bar spielten sie denn auch Blues, Blues und nochmals Blues. Und dies auf allen möglichen Gitarren, ein
gutes Dutzend hatten sie mit dabei, Waschbrett und Zigarrenschachtel dienten als Perkussion. Dazu kamen
ihre unverkennbaren rauchigen Stimmen, drei volle Stunden lang ging die Post ab. Eine ganze Reihe von Rockstars Dieses Konzert war ein würdiger Abschluss einer erstaunlichen Serie, die Wirtin Gabriela und Promotor Rolf Stocker auf die Beine stellten. Eigentlich als Apéro-Bar mit DJs konzipiert, aktualisierte Rolf Stocker seine alten Kontakte und brachte erstaunlich grosse Namen in die kleine Bar. Gerade mal maximal 50 Personen erlebten jeweils Grössen wie Marc Storace von den Krokus, Freddy Scherrer von Gotthard, Claudio Matteo von China, Stämpf von QL – und dies in den unterschiedlichsten Kombinationen. Dazu kamen Einzelkünstler wie Maram, Giovanni Giorgi, Charles Luis, Errol Dixon und viele andere. Oft waren es wie bei Amacher und Ge**er Tour-Premieren. Man traf sich also sozusagen ein letztes Mal unter Freunden, bevor man loszog. Neben der musikalischen Qualität zeichneten sich die Konzerte im Rocks
tatsächlich durch ihre Intimität und Direktheit aus. Das Publikum stand oder tanzte so nahe bei den Rockstars, als spielten diese in ihrer Stube. Und nach den Konzerten gabs ohnehin kein Halten mehr. Ob an der Bar, im Vorraum oder in der Küche, es wurde gefachsimpelt, gescherzt und natürlich
ein Erinnerungsfoto geschossen. Mehr «meet and greet» geht nicht mehr. Viele Freundschaften geschlossen Dass eine solche Konzertreihe auf beschränktem Platz bei mässigen
Eintrittspreisen finanziell kein grosses Geschäft ist, war den Stockers stets klar. Dafür wurden viele neue geschäftliche
Kontakte geknüpft, ja private Freundschaften geschlossen. «Das ist sowieso unbezahlbar», ergänzt Stocker. «Dä Röffe isch än geilä Siech», krächzte Amacher denn auch mehrmals
ins Mikro, und von Gabriela und dem Serviceteam um Michelle waren sowieso alle Männer angetan. So schliesst sich im Rocks ein Kreis, der vielleicht irgendwo und irgendwann wieder weitergeführt wird. Auch für alle, die diese Exklusiv-Konzerte
verpasst haben und sich nachträglich die Augen reiben – «wenn ich das gewusst hätte …». (bel) Bilder Andreas Knobel